Über uns

hier erfahrt ihr mehr über die Nähbar
und das Team:

Die NÄHBAR

ist ein freie Textilwerkstatt als Teil des gemeinnützigen Vereins Kulturbahnhof Hitzacker  KuBa e.V.  http://kuba-ev.de . Im Kulturbahnhof haben wir einen voll ausgestatteten großen Raum mit viel Zuschnittplatz , Haushalts- , Industrie-  und Overlocknähmaschinen ,  zwei Bügelplätzen und Werkzeuge zum Schneiden, Messen,  Nähen und Schnitte erarbeiten. Borten, Bänder, Reißverschlüsse, gespendete Stoffe sowie eine  Flickenkiste, Bücher, Zeitschriften und Schnitte sind ebenfalls vorhanden. Eine vorbereitete Nähumgebung in der sofort losgelegt werden kann.

Unser Anliegen.

Eine offene Nähwerkstatt ist uns eine Herzensangelegenheit. Jede von uns hat eigene Beweggründe sich für die NÄHBAR zu engagieren und wir sind uns einig, dass die NÄHBAR für uns ein Ort ist, um das Bewusstsein im Umgang mit Textilien zu fördern. Als Menschen haben wir drei existenzielle materielle Grundbedürfnisse: Nahrung, Wohnung und Bekleidung. Unsere Kleidung hat einen großen Einfluss auf uns und die Umwelt. Der Baumwollanbau z.B. macht einen gewaltigen Anteil der weltweiten Agraranbauflächen aus.

  • 11% der weltweiten Pestizidausbringungen landen auf Baumwollfeldern ( LINK) ;
  • 80% des weltweiten Baumwollanbaus sind gentechnisch veränderte Pflanzen ( LINK);
  • die soziale Ausbeutung der Schwellenländer für ein mittlerweile 80 Seasons-Modejahr mit T-Shirts für 1 € ist eine Tatsache ( LINK) .
  • Das Absurde an der aktuellen Modeindustrie ist, dass der größte Teil der Kleidung gar nicht gekauft wird. Es ist einfach zu viel, weil viel zu viel produziert wird.
  • 40% aller Kleidung aus deutschen Kleiderschränken landen ungetragen im Abfall. Wir produzieren am Ende auch noch riesige Berge Mode-Sondermüll. ( LINK) .

Deshalb sind unsere Prioritäten : Reparieren, Up-cyclen, Lieblingskleidung retten oder reproduzieren, mit der Hand nähen und veredeln, Plastikmüll vermeiden – im Sinne von Ressourcen schonen. Das ist NÄHBAR und alle sind herzlich eingeladen ihren Teil mit einzubringen.

Die NÄHBAR ist  für ALLE da: Jung+Alt, Profis + Laien , die gerne in Gesellschaft nähen möchten und/oder Unterstützung bei  Näh- oder Handarbeitsprojekten wünschen. Termine unter offene Nähwerkstatt . Wir bieten auch Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene zu speziellen Themen an. Kurse 

Die NÄHBAR kann auch von Gruppen genutzt werden, die z.B. gemeinsam stricken, nähen, filzen, drucken etc. möchten. Auch anderen Dozent*innen im textilen Zusammenhang steht die NÄHBAR zur Verfügung. Anmeldung siehe Kontakt

Ane

Meine Nähkarriere begann mit 10 Jahren und der Entdeckung einer Tretnähmaschine auf dem Dachboden. Von da an wurden meine Puppen mit Haute-Couture bedacht.

Irgendwann habe ich angefangen, für mich selber zu schneidern und meine Puppen sind in eine Kiste gewandert, in der sie heute noch liegen.

Mit ca. 20 begann ich dann auch Modedesign an einer staatlichen Fachschule zu studieren, aber das gefiel mir nicht sonderlich gut. Nach einem kleinen Ausflug in die Kostümbildnerei wechselte ich das Handwerk und wurde Steinbildhauerin/Steinmetzin.

Während eines längeren USA Aufenthalts und dem ersten Kind begann ich wieder zu nähen. Nach dem zweiten Kind sogar beruflich. Ich fertigte recyclte Einzelstücke für Kinder an.

Nach dem dritten Kind und wieder in Deutschland habe ich mich beruflich neu orientiert und ich habe eine Ausbildung zur Waldorflehrerin gemacht. Seither unterrichte ich das Fach Werken im Bereich Holz, Stein, Kupfer und Papier.

Das Nähen hat mich aber nicht verlassen und die NÄHBAR hat sich als ein guter neuer Ort dafür gefunden, um mich weiter mit recyclter Mode zu beschäftigen und auszuprobieren.

 

Ingrid

Vor mehr als 50 Jahren habe ich eine Schneiderlehre in einem Haute-Courture-Atelier gemacht. Dort wurden maßgeschneiderte Einzelmodelle noch überwiegend von Hand genäht. Das darauf folgende Gesellenjahr absolvierte ich bei einem prominenten Berliner Modeschöpfer. Mein eigentlich angestrebtes Berufsziel, Kostümbildnerin zu werden, ließ ich fallen, als mir eine Stelle in der Redaktion einer beliebten Modezeitschrift angeboten wurde. Dort arbeitete ich zunächst als Assistentin, später als Redakteurin. Zu Gunsten meiner Familie und meiner beiden Töchter gab ich den Beruf nach wenigen Jahren wieder auf um freiberuflich für die Werbeabteilung eines großen Versandhauses zu arbeiten. Mit Ende Vierzig suchte ich eine neue Herausforderung und studierte Waldorf-Pädagogik. Danach unterrichtete ich Handarbeit von der 1. bis zur 8. Klasse und in der Oberstufe zusätzlich Schneidern und Seidenmalen. Nach meiner Berufstätigkeit möchte ich mein Wissen und Können gerne weitergeben und auch dem Wegwerfen und dem unnötigen Neukaufen von Kleidungsstücken entgegen wirken.

 

Marlen

Ich bin Damenmaßschneiderin und Diplom-Modedesignerin.

Ich bin in einem Land aufgewachsen in dem es an Bekleidung im Handel stark mangelte. Trotzdem hatte ich genug wirklich schöne Kleider, Röcke und Pullover, dank meiner begabten kreativen Mama. Sie hat für mich und meine Geschwister Kleidung aus Bettlaken und allem,was so da war genäht. So oft es ging habe ich ihr dabei zugeschaut und es war immer wie ein Zauber. Nachdem ich stricken und sticken gelernt habe, durfte ich ab meinem 13. Lebensjahr an der Nähmaschine arbeiten. Ab da habe ich alles Mögliche genäht. Diese Passion hat mich zu der Entscheidung gebracht, eine Ausbildungen in der Bekleidungsbranche zu absolvieren.

Nach dem Mauerfall hat sich mein Land stark verändert und der Mangel an Bekleidung hat sich in einen Überfluss an Textilien verwandelt.

Während meines Studiums sind mir die Auswirkung dieser Veränderung bewusst geworden. Das Ausmaß der Umweltzerstörung  durch unsere Bekleidungsindustrie bewegt mein Handeln bis heute. In dieser Zeit habe ich für das berliner Label Chapati gearbeitet und so die Produktion von Bekleidung in Indien hautnah miterlebt. Das hat mich dazu bewogen ein eigenes Label zu starten. In Nepal habe ich zusammen mit einem Frauenhilfsprojekt eine Kollektion erarbeitet mit dem Anspruch ökologische faire Mode anzubieten.

Später habe ich Nähkurse für Kinder und Jugendliche an Schulen und Zirkuscamps gegeben; seit 2013 auch im Team für Erwachsene in der NÄHBAR. Für meine Familie und Freunde nähe ich gerne und auch meine eigene Garderobe ist größtenteils selbstgemacht. Meinen Erfahrungsschatz und die vielen kleinen Tricks, die ich in meiner 30-jährigen Nähforschung gesammelt habe, gebe ich gerne weiter.